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Tiger leaping Gorge und die Erinnerung an alle Muskeln der Fuesse

Die Chinesen sind Weltmeister in einigen Dingen: in aller erster Linie im Spucken. Weiter im Suppenschluerfen, insbesondere Nudelsuppen. Und letztlich im Woerteraneinanderreihen. Es steht ausser Frage, dass die chinesischen Worte oder Zeichen aneinander gereiht den gewollten Sinn ergeben. Die Uebersetzung aber (welche wahrscheinlich mit einem automatischen Uebersetzungs-App oder dergleichen gemacht wird) ergibt nur selten auf Anhieb Sinn. Man hat eher das Gefuehl, dass sie Woerterwuerfel wuerfeln und dann das Resultat zufaellig aneinander reihen. Z.b auf den Menu-Karten wo man lesen kann: " The mountain mushroom cooks the chicken", "Clear cooks the bull's Penis" und "Clear cooks is called the colored chicken." Beweisfotos sind vorhanden. Oder eben die "Tiger leaping Gorge" (Tiger-Sprung-Schlucht). Das macht zwar schnell Sinn, wenn man die Geschichte kennt. Offenbar sei ein Tiger mit nur zwei Saetzen ueber die engste Stelle der Schlucht gesprungen. Die Schlucht ist aber vor allem beeindruckend hoch oder tief, je nachdem von welchem Blickwinkel. Mit seinen maximal 3900 m Hoehendifferenz ist es die tiefste Schlucht der Welt. Durchschlaengelt wird sie von keinem geringeren als dem Jangtsekiang, dem laengsten Fluss Chinas. Mit diesen beiden Superlativen ruehmt sich diese touristische Region natuerlich ganz gerne. Wir haben uns also aufgemacht diese allertiefste Schlucht zu erkunden und den allerlaengsten Fluss Chinas zu besuchen. Fuer dieses Abenteuer hatte sich uns unser russischer Freund Nikita angeschlossen. Es wurden zwei fabelhafte Wandertage. Rund 20 km sind wir am ersten Tag entlang der Schlucht ueber Stock und Stein gewandert. Das Wetter war leider nicht grandios, so konnten wir die Gebirge auf der anderen Seite der Schlucht meist kaum erkennen. Man haette sonst Ausblick auf den hoechsten Berg des Gebirges gehabt, auf den Jade Dragon Snow Mountain. Wieder so eine Aneinanderreihung von Woertern. Das wahrscheinlich schoenste an dem Tag fand ich als wir am Abend erschoepft im dunklen Zimmer auf dem Bett lagen und aus dem Zimmerfenster zusahen wie die Schlucht zunehmend in der Dunkelheit verschwand. Die Lage des Zimmers war genial, falls jemand mal dorthin geht, es war im Cafe Bridge Guesthouse. Und am Abend wars auch so schoen, weil meine Muskeln noch nicht schmerzten. Beim Aufwachen aber wurde ich daran erinnert wie viele schoene kleine und grosse Muskeln unsere Beine und insbesondere unsere Fuesse funktionstuechtig machen. Am naechsten Tag liefen wir fuers Fruehstueck wieder den Berg hinauf, um anschliessen alles bis auf Flussebene runterzulaufen und uns den tosenden Jangtsekiang anzusehen. Auf dem Weg dorthin wurden wir etwas wuetend. Der Eintritt zur Schlucht war schon recht teuer, jetzt mussten wir noch, egal welchen Weg wir zum Fluss hinunter nahmen, extra bezahlen. Die Einheimischen behaupten naemlich, dass sie die Wege selber gebaut haben und vom Staat oder der Provinz nichts dafuer erhalten. Ob das stimmt sei dahingestellt. Es nervt aber jedenfalls, wenn man dann einen Weg einschlaegt und auf halber Strecke heisst es: hier ist der Weg von anderen Leueten gebaut, ihr muesst nochmals bezahlen. Oder zuruecklaufen. Kurz vor dem groessten Attraktionspunkt, naemlich dort wo der Tiger gesprungen sein soll oder eben dort wo die engste Stelle ist, kommen die meisten Wege zusammen und wenn man von oben nicht den teuersten Weg gewaehlt hat, muss man unten nochmals bezahlen, weil der Zugang zum Fluss wieder andere gebaut haben. Falls man sich wirklich auch noch dafuer entscheidet auf den Stein zu gehen, auf welchem der Tiger war, um sich in Tiger-Sprung Position ablichten zu lassen, ja dann ratet mal; man bezahlt erneut. Es gibt aber natuerlich auch noch andere Felsen, auf die sich der Tiger sicherlich auch mal gesetzt hat. Letztendlich, wenn man wieder hinauf zur Strasse will und nicht denselben Weg rauf wie runter nimmt, bezahlt man natuerlich auch nochmals. Arrrrghhh... Ein Wunder, dass wir nicht auch fuer die Atemluft bezahlen mussten. Ich und meine Nerven waren jedenfalls froh nach einem strengen letzten Aufstieg wieder an der Strasse zu stehen. Nach ein paar frischen Gurken - Chinesen lieben Gurken als Snack! - ging auch schon unser Bus los. Naechster Stop: Lijang.
16.5.14 09:23
 
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