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Shangri-la und warum wir 5h nach Ankunft noch im Bus schliefen

Die Busfahrt von Dàli nach Shangri-la sollte gemaess Ticketschalter-Info 9h dauern. Abfahrt 9 Uhr abends, Ankunft 6 Uhr morgens. Als wir mitten in der Nacht (um 1 Uhr), irgendwo in einem dunklen Hof hielten, dachten wir erst dass sie uns nun alle ausrauben wuerden. Dann dass es eine weitere Pipi-Pause sei. Als wir lange nicht weiter fuhren spekulierten wir, dass es wie bei der letzten Nachtbusfahrt so sei, dass nun auch der Busfahrer ein paar Stunden schlafen wuerde, um dann erholt weiter zu fahren. Es stellte sich erst nach wiederholtem Fragen und Gestikulieren heraus, dass wir uns schon lange in Shangri-La befanden, einfach im Hinterhof des Busbahnhofs. Der Busfahrer beteuerte, dass wir hier nun schlafen koennten. Was wir dann auch taten. Am morgen um 6.30 Uhr fuhr der Bus dann zweimal um die Kurve und es hiess: Endstation, alle aussteigen! Wir waren aber sehr froh darueber, denn mitten in der Nacht haetten wir kein Guesthouse gefunden und da sich Shangri-la auf 3200 m.ü.M befindet war es auch ziemlich zu kalt, um im Busbahnhof oder sonstwo herum zu haengen. Die Altstadt dieser hochgelegenen Stadt mit tibetischem Flair ist im Januar dieses Jahres ca. zur Haelfte abgebrannt. Dadurch herrschte eine sehr spezielle Stimmung, wenn man durch die Strassen oder eben ueber die abgebrannten Wohnfelder lief. Am Rand des Brandgebietes steht unversehrt der Guishan Si Tempel, neben welchem sich die groesste Gebetsmuehle der Welt befindet (21 Meter). Um sie in Gang zu bringen benoetigten wir die Hilfe von 4 weiteren Personen. Dabei lernten wir auch Nikita kennen, ein Russe, der sofort freudig aufsprang, um zu helfen. Es war der Beginn einer Freundschaft, wir verstanden uns alle drei auf Anhieb sehr gut und verbrachten den Rest des Tages damit zusammen ueber die Berge rund um die Stadt zu wandern. Dabei versuchten wir, ebenfalls ueber die Berge, den Haupteingang des Klosters Ganden Sumtseling Gompa zu umgehen. Dieses grosse Lama-Kloster steht im Norden an einem Hang und scheint ueber die Stadt zu wachen. Wir wollten auf unserem Weg ueber Stock und Stein in erster Linie vermeiden, dass wir vom Eingang auf der geteerten Strasse zum Kloster hochlaufen mussten. Weiter hatten wir wohl auch ein bisschen gehofft, dass wir uns so vielleicht das ziemlich teure Eintrittsgeld sparen koennten. In der Naehe des Eingangs ignorierten wir die Rufe der Security und beteuerten, dass wir einfach wandern wollten. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sie uns nach 1h wandern auf der anderen Seite eines Berges wuetend abfangen wuerden. Naja, das Eintrittsgeld wurde dann eben schoen brav bezahlt und es hat sich auch gelohnt, denn diese Klosteranlage hoch ueber der Stadt bietet einen wunderschoenen Ausblick. Wir haben im aeussersten Klosterteil, in einem von Touristen kaum besuchten Tempel, die Bekanntschaft eines Moenchs machen koennen, der uns dann auch zu einer warmen Jakmilch und zu einem Stueck Jakfett-Zucker-Korn-Kuchen einlud. Beides hatte einen sehr gewoehnungsbeduerftigen Geschmack... Wir nutzten den schoenen Tag und liefen noch auf einen benachbarten Berg, um die Aussicht zu geniessen. Da ich mit der duenneren Luft doch etwas zu kaempfen hatte, blieb ich zwar kurz unter dem Gipfel, aber auch von dort war die Aussicht schon grandios. Mauro und Nikita erklommen ihn bis zum Schluss und waren beim Herunterlaufen laut singend (a squarciagola!) bis weit ueber die Eben zu hoeren. Nach Sonnenuntergang wurde es schnell sehr kuehl. Wir waermten uns bei einem Abendessen und einem kurzen Tanz in einem shangri-laischen Club (alle waren ca. 16 Jahre alt...) und beendeten schliesslich den Tag mit einer Teezeremonie im Guesthouse. Nikita, der ein Internet-Tee-Geschaeft betreibt, befand sich sozusagen auf Geschaeftsreise, um neue Teesorten zu probieren und exportieren. Wir erhielten eine Einfuehrung in die Kunst des Teetrinkens und Nikita und der Guesthouse-Betreiber konnten ueber Details fachsimpeln. Shangri-la hat uns beiden sehr gut gefallen und wir bedauerten es ein wenig, dass wir die Weiterreise schon fuer den naechsten Tag geplant hatten. Leider koennen wir in China nicht so flexibel reisen wie bisher, da man die Zugplaetze moeglichst im Voraus kaufen muss. Kurzfristig findet man selten noch Plaetze. So muessen wir eben vorausplanen... Aber der Tag hatte ja in Shangri-la gluecklicherweise frueh auf dem Busbahnhof begonnen und wir hatten genug Zeit, um die Stadt zu geniessen. Ich fiel fix und fertig ins Bett und war sehr, sehr froh um die elektrische Heizdecke!
15.5.14 03:20
 
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